Anhaltswerte für die vollmechanisierte Holzernte

Projektträger:
Simon Schätzle Forstliche Dienstleistungen

Projektbearbeitung:
UNIQUE forestry and land use GmbH

Projektende:
31. Dember 2014

Hintergrund

Die Forstunternehmer in Baden-Württemberg sehen sich aus verschiedenen Gründen mit großen Änderungen konfrontiert. Große Unsicherheit gibt es bei den Forstunternehmern vor allem im Hinblick auf die geplante FSC-Zertifizierung des Landeswaldes, die ein tarifliche Entlohnung der Mitarbeiter einfordert und die Umsetzung eines neuen Bodenschutzkonzep-tes, das den Einsatz von 6/8-Rad – Maschinen im Wald vorsieht, werden Auswirkungen auf die Forstunternehmer haben und dazu führen, dass diese ihre Preise neu kalkulieren müssen.

Zur Bewertung forstwirtschaftlicher Dienstleistungen in der mechanisierten Holzernte wurde in den 1990er Jahren, mit der sogenannte „Freiburger Tabelle“, ein gängiges Entlohnungssystem eingeführt. Dieses wurde auf  Basis von umfangreichen REFA -Zeitstudien entwickelt. Dabei dienten die Parameter Brusthöhendurchmesser (BHD) und Stückmasse als Ausgangsgrößen zur Bewertung der einzelner Arbeitsprozesse wie Fällen und Vorrücken, Prozessoraufarbeitung, Vollernteraufarbeitung usw.

Die Rahmenbedingungen für die Forstunternehmer haben sich jedoch seit Erstellung bzw. seit der letzten Anpassung der Freiburger Tabellen geändert und befinden sich in weiterem Wandel. Letztlich bieten die Tabellen nur noch einen begrenzten Nutzen als Kalkulationshilfen für die Forstunternehmer. Die Auswirkungen der FSC-Zertifizierung des Landeswaldes sind für die Forstunternehmer aktuell nicht absehbar und sorgen für große Unsicherheit und, wie Gespräche mit Forstunternehmerkollegen zeigen, Zukunftsängste. In ähnlichem Maße gilt dies auch für die Folgen der Änderungen des Bodenschutzkonzeptes.

Die Tatsache, dass ein großer Teil der Forstunternehmer auf Kalkulationshilfen angewiesen ist, bzw. ein starker Bedarf an ihnen besteht, ist ein Indiz dafür, dass die Forstunternehmer Schwierigkeiten bei der Kalkulation ihrer Einsätze haben. In der Folge werden sehr häufig Angebote abgegeben, die nicht kostendeckend sind. Im aktuell laufenden Projekt des VdAW werden diese Probleme bereits aufgegriffen. Es besteht aktuell die große Gefahr, dass ein Teil der baden-württembergischen Forstunternehmer in den nächsten Jahren aus betriebswirtschaftlichen Gründen den Betrieb einstellen wird, obwohl diese aktuell eine hohe Auslastung haben. Dies hat negative Folgen sowohl auf den ländlichen Raum, als auch auf die Waldbesitzer, denen verlässliche lokale Partner verlorengehen. Der daraus resultierende vermehrte Einsatz nicht ortskundiger Forstunternehmer führt  dazu, dass sich  der Aufwand für die beauftragenden Waldbesitzer bzw. Revierleiter für die Einweisung der Unternehmer deutlich erhöht. Außerdem ist nicht bekannt, ob die nicht ortskundigen Unternehmer pfleglich arbeiten. 

Ziele und Nutzen der Untersuchung

Ziel dieses Projektes ist es einerseits, die aktuellen Kosten für Holzaufarbeitung und Rückung forstwirtschaftlicher Lohnunternehmen in Baden-Württemberg, mittels fundierter Erhebung aller relevanten Faktoren zu erfassen. Es sollen als einfach zu handhabendes Hilfsmittel, kalkulatorische Richtwerte herausgegeben werden, an denen sich alle Forstunternehmer wie auch Waldbesitzer und die Holzindustrie bei der Vergabe von forstwirtschaftlichen Dienstleistungen orientieren können. Desweiteren sollen im Projekt die Auswirkungen der FSC-Zertifizierung und anstehender Novellierungen des Bodenschutzkonzeptes auf die Forstunternehmerlandschaft und die zukünftige Preisentwicklung für Unternehmerleistungen herausgearbeitet und dargestellt werden. Das Projekt leistet einen Beitrag zum Erhalt der für den ländlichen Raum und die Waldbesitzer Umternehmerstruktur.

Schlussbericht

Abschlussbericht
[PDF; 4,6 MB]

Ansprechpartner

Simon Schätzle Forstliche Dienstleistungen
Tel.: 07727/7055
klaus.schaetzle(at)schaetzle-holz.de

 

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