Erstes robotisch gefertigtes Holzbauwerk entsteht

Während der Landesgartenschau vom 30. April bis 12. Oktober 2014 in Schwäbisch Gmünd wird dieses innovative Holzbauobjekt erstmals erlebbar sein. Im futuristisch anmutenden Holzpavillon wird sich ForstBW mit waldpädagogischen Angeboten präsentieren. Die Teile dafür werden gerade bei der Firma „Müllerblaustein“ in Blaustein gefertigt – per Industrieroboter, ein Förderprojekt der Clusterinitiative Forst und Holz Baden-Württemberg.

In einer Halle des Holzbauunternehmens lagern 2,50 auf 1,80 Meter große und 50 Millimeter dicke Tafeln aus Furnierschichtholz, hergestellt aus heimischer Buche. Mit einer herkömmlichen Säge schneiden Zimmerleute die Platten grob zu, die Feinarbeit erledigt der Roboter. Ein mit einer Fräse ausgerüsteter Arm bearbeitet das auf einem Drehteller montierte Werkstück. Dies geschieht mit einer Genauigkeit im Zehntel-Millimeterbereich, exakt nach der am Computer entworfenen Konstruktionszeichnung. Zwar wird heute im Holzbau mit höchster Präzision gearbeitet, der Roboter übertrifft jedoch diese handwerklichen Möglichkeiten. Denn jedes der 243 Puzzle-Teile hat eine individuelle Form, unterschiedlich sind auch die je nach der gewünschten Wölbung von Wand und Decke angeschrägten Schwalbenschwanz-Verbindungen. Wenn die Zimmerleute der Firma Müller den Pavillon im Gmünder Landschaftspark „Wetzgau“ aufstellen, muss alles passen. Auf der Baustelle könne nicht mehr viel nachgearbeitet werden, sagt Holz-Ingenieur Benjamin Eisele von der Firma Müllerblaustein.

Achim Menges, Professor am Institut für Computerbasiertes Entwerfen (ICD) der Uni Stuttgart, hat Vertrauen in die digitale Planung und die Ausführung des Bauwerks. Wie vor Jahrzehnten in der Automobilindustrie, halte die robotische Fertigung jetzt im Holzbau Einzug. Individuelle Planung, hohe Effizienz bei der Herstellung und große Formenvielfalt seien die Vorteile. Für die Universität ist der Bau des Gartenschau-Pavillons ein Forschungsprojekt, Partner sind neben Müllerblaustein die Kuka Roboter GmbH in Gersthofen, der Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg und die Gartenschau Schwäbisch Gmünd.

„Wir sind auf dem Holzweg und kein Material eignet sich so ausgezeichnet für nachhaltige Projekte und Innovationen wie Holz“, sagte Gartenschau-Geschäftsführer Karl-Eugen Ebertshäuser bei der Roboter-Präsentation in Blaubeuren-Dietingen. Das heißt, das Thema Holz und Wald wird im Rahmen der Landesgartenschau 2014 auf vielfältige Weise beleuchtet. Das Bauwerk aus Buchenholzplatten wird etwa 18 Meter lang, neun Meter breit und sechs Meter hoch. Der Fußboden wird mit den anfallenden Abfallstücken vom Buchenholz belegt. Das Dach erhält eine wasserdichte Haut, darüber kommt wieder Holz: Lärchenbretter, ebenfalls aus heimischen Wäldern.
Der Bau des Pavillons wird vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union aus dem Fonds EFRE gefördert.
zum Bericht der Südwest Presse
Foto: Sebastian Schreiber









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