Clustermanagement

Als Clustermanager Forst und Holz Baden-Württemberg ist für Sie aktiv:

Uwe André Kohler
Hellmuth-Hirth-Straße 7
D - 73760 Ostfildern

Telefon (+49) 0711-239 96 64
Telefax (+49) 0711-239 96 60
Mobil    (+49) 0151-275 806 50 
kohler(at)lbholz-bw.de

 

Interview mit Clustermanager Uwe André Kohler
zum aktuellen Stand der Clusterinitiative Forst und Holz Baden-Württemberg

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„Forst und Holz brauchen Netzwerke, um gehört zu werden!“


[27.2.2013] Herr Kohler, Sie haben vor drei Jahren im April 2010 das Clustermanagement Forst und Holz Baden-Württemberg übernommen. Wie bewerten Sie den aktuellen Stand der Clusterinitiative?

Die Clusterinitiative hat sich etabliert und ist weitgehend anerkannt. Zu Beginn meiner Tätigkeit war es wichtig, so schnell wie möglich bei den für den Clusterprozess wichtigen  Akteuren entlang der Wertschöpfungskette Forst und Holz Vertrauen aufzubauen. Eine sehr stark nach innen gerichtete Aufgabe, die aber die Grundlage für alle weiteren Aktivitäten darstellt. Und eine Aufgabe, die natürlich auch weiterhin zu erfüllen ist.

Auf der anderen Seite war und ist es elementar, die für unsere Branchen wichtigen Zielgruppen mit den richtigen Themen anzusprechen. Nehmen wir z.B. den gewerblichen und industriellen Holzbau: Dort stehen Multiplikatoren wie Architekten, Bauingenieure, Planer, kommunale Entscheidungsträger und Medienvertreter der Tages- und Fachpresse im Fokus. Da müssen wir präsent sein, um auch im Vergleich mit konkurrierenden Baustoffen wie Stein, Beton oder Stahl die Verwendung des Holzes zu fördern. Wir liegen zwar in Baden-Württemberg mit einer Holzbauquote von 26 % in Deutschland an der Spitze, aber unser Potential ist größer und auch im internationalen Vergleich ist die Quote ausbaufähig! Wir streben eine Quote von mindestens 30% an.


Die Clusterstudie nennt Handlungsempfehlungen und Maßnahmen der Umsetzung für insgesamt 13 Teilbranchen des Clusters von der Forstwirtschaft über die Möbelindustrie bis zur Papierherstellung. Kann die Clusterinitiative diese „Mammutaufgabe“ leisten?

Eine gute Frage: Sie kann es – aber nur, wenn sie Prioritäten setzt. Es war klar, dass die Clusterinitiative nicht gleichrangiges Sprachrohr für 13 Teilbranchen mit teilweise sehr unterschiedlichen Zielen sein kann. Die Clusterstudie liefert strukturiert grundlegende Informationen über alle Branchen, die uns helfen, die inhaltlichen Schwerpunkte der Clusterinitiative festzulegen.

Hilfreich ist bei diesem Prozess die organisatorische Anbindung des Clustermanagements an den Landesbeirat Holz Baden-Württemberg und die Mitarbeit im Clusterbeirat. In beiden Gremien sitzen Entscheidungsträger, die Ausgangslage, aktuellen Themen und Chancen ihrer Branchen praxisorientiert kennen und damit entscheidend sind für die Weichenstellung der Clusterinitiative.


Was waren die bisherigen sogenannten „Meilensteine“?

Da gibt es einige zu nennen: Beim „Cluster innovativ“ haben wir ein Veranstaltungsformat etabliert, bei dem wir in leistungsfähigen Unternehmen zu Gast sind und damit regionale Multiplikatoren ansprechen. Landesweite Ausstrahlung hat das „ClusterPlus.Forum“, ein weiteres Format, das zweimal im Jahr stattfindet und zentrale Leitthemen aufgreift. 2012 stand dabei der Holzbau im Mittelpunkt, in 2013 wird sich das Forum auf die Forstwirtschaft und die Sägeindustrie konzentrieren.

Die Vernetzung von Wissenschaft und Unternehmen mündete im November 2011 in eine erste Veranstaltung, im Herbst 2013 ist die zweite Auflage geplant. Wichtig hierbei: Inhalte und Ausrichtung werden zuvor in einer Arbeitsgruppe festgelegt, d.h. aus der Praxis für die Praxis!

Als landesweite Initiative ist es wichtig, die Unternehmen vor Ort zu erreichen. Aus diesem Grund hat die Förderung von regionalen Clustern einen hohen Stellenwert. Mit dem Cluster Westlicher Bodensee (Konstanz), dem Cluster Nordschwarzwald (Pforzheim), dem Cluster Allgäu-Oberschwaben (Ravensburg), dem Netzwerk Holzindustrie und dem Netzwerk Holzkompetenz³ auf der Ostalb werden neue Netzwerke aufgebaut und von der Clusterinitiative inhaltlich begleitet und finanziell gefördert. Im Oktober 2012 trafen sich 13 regionale Initiativen und Cluster zu einem ersten landesweiten Netzwerktreffen.

Mit Hilfe der Richtlinie Forst und Holz, einem Förderprogramm des Ministeriums für Ländlichen Raum und der EU, wurden in Zusammenarbeit mit dem Clusterbeirat rund 25 Projekte ins Leben gerufen. Ein Schwerpunkt hier: Innovative Themen aus Forschung und Entwicklung sowie die Gründung regionaler Clusterinitiativen.

In der Projektarbeit spielen Themen wie „Novellierung der Landesbauordnung“ hinsichtlich der Identifizierung von holzhemmenden Vorschriften, „Vermarktungschancen von Laubholz“ oder „Lebens-Zyklus-Kosten im Vergleich zu konkurrierenden Baustoffen“ eine zentrale Rolle.

Ob Kooperationen mit den Landesclustern Bayern und Rheinland-Pfalz, Beteiligung an regionalen Holzbautagen, Organisation von Pressekonferenzen oder politische Lobbyarbeit – die Themen die Clusterinitiative sind ungemein vielseitig und dienen dem übergeordneten Ziel, die stoffliche Verwendung und Wertschöpfung des heimischen Holzes zu fördern.


Ein Cluster kann nur erfolgreich sein, wenn es engagierte und ambitionierte Mitglieder hat - wie sind die Unternehmen in die Arbeit der Clusterinitiative eingebunden?

Der idealtypische Clusterprozess sieht – verkürzt dargestellt – so aus: Unternehmer aus mehreren Teilbranchen kommen zusammen, diskutieren, nennen Themen, bringen unterschiedliche Motivationen auf einen Nenner, einigen sich auf Maßnahmen- und Zeitplan, die Clusterinitiative initiiert, moderiert und koordiniert.

Diese Vorgehensweise hat bspw. bei der Erarbeitung der Clusterstudie sehr gut funktioniert. Aber es läuft nicht immer idealtypisch: Es gibt auch Situationen, in denen die Clusterinitiative schnell reagieren muss, ohne dafür die breite Basis befragt zu haben, z.B. bei Anfragen aus der Politik. Die Mischung macht´s – auch in den Branchen Forst und Holz geht es mitunter zu wie im richtigen Leben.


Ein Blick in die Zukunft – wo sehen Sie das das Cluster im Jahr 2020?

Das Cluster erwirtschaftet im Land 31 Milliarden Euro Umsatz, beschäftigt 175.000 Mitarbeiter in rund 28.000 Betrieben und Unternehmen – die Zahlen von heute geben mir die begründete Hoffnung, dass Forst und Holz den Stellenwert haben wird, den diese gesamtwirtschaftlichen Zahlen vermuten lassen. Die Clusterinitiative ist auf diesem Weg neben anderen Einrichtungen und Organisationen ein wesentlicher Mosaikstein und Impulsgeber – die kleinteilig strukturierte Forst- und Holzwirtschaft braucht mehr denn je Bündelung und Netzwerke, um gehört zu werden!

Herr Kohler, wir danken Ihnen für das Gespräch!
Die Redaktion

 

 

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5. Innovationstagung der Randenkommission"Innovationen mit Holz"
Programm [PDF; 3,06 MB]

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Cluster innovativ_grenzüberschreitend
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02.12.2014  Stuttgart
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